Red Internacional en Defensa del Pueblo
Mapuche
(solid)
Wendenstraße 6
20097 Hamburg
Pressemitteilung Hamburg,
22. Februar 2016
Kundgebung vor dem chilenischen
Generalkonsulat in Hamburg
Am
26. Januar planen Verteidiger des Flusses Pilmaiken eine Kundgebung am
Generalkonsulat der Republik Chile in Hamburg. Die Demonstration soll auf einen
ernsten Konflikt zwischen der Mapuche Gemeinde
Pilmaiken und den involvierten Unternehmen hinweisen, die den Bau des
Wasserkraftwerks Central Hidroeléctrica Osorno im Pilmaiken-Fluss planen,
dessen Aktionär der multinationale Energiekonzern Statkraft ist.
Der norwegische Energiekonzern
Statkraft plant mit der Zustimmung des chilenischen Staates den Bau eines von
insgesamt drei Wasserkraftwerken im Fluss Pilmaiquén, in der Region von Los
Lagos. Der Bau der Staudämme bedeutet nicht nur
die Vertreibung der Mapuche von ihrem angestammten Gebiet, sondern hat als
unmittelbare Folge die Überschwemmung von einer heiligen Stätte dieses Volkes
und damit auch die unwiederbringliche Zerstörung eines bedeutendsten
Bestandteils ihrer Kultur.
Der chilenische Staat hat gegen den
Widerstand der Anwohner mit polizeilicher Gewalt geantwortet. Die Repression
beschränkt sich aber nicht nur gegen die Aktivisten von Pilmaiken, sondern auch
gegen Journalisten, die über diesen Konflikt kritisch berichten. So wurde der
unabhängige Fotograf Felipe Durán bei einer Razzia am 22. September 2015
verhaftet und des Waffenbesitzes und der aktiven Teilnahme am Widerstand der Mapuche bezichtigt. Die
Staatsanwaltschaft hat bis heute seinem Verteidiger die vollständige Einsicht
in die Anklageakte verwehrt. Wir sehen in dieser Verhaftung eine willkürliche
Maßnahme eines kritischen Journalisten seitens eines demokratischen Staates,
der sich der Rechtstaatlichkeit und dem Schutz der Menschen- und Bürgerrechte,
durch die Unterzeichnung von etlichen internationalen Abkommen, verpflichtet
hat.
Mit dieser Aktion wollen wir auf die
Repression, der groben Menschenrechtsverletzungen gegen die Gemeinde von
Pilmaiken, der Missachtung der Konvention 169 des ILO-Übereinkommens und den
Angriff auf die Pressefreiheit im Süden Chiles aufmerksam machen und dem
chilenischen Konsul einen Protestbrief überreichen, der an die Präsidentin der
Nation, Frau Michelle Bachellet, adressiert ist.
Die Kundgebung findet um 10 Uhr vor dem Haupteingang des
chilenischen Generalkonsulats im Hirschgraben 30, 22089 Hamburg statt.
Red Internacional en Defensa del Pueblo Mapuche
Italien / Norwegen / Deutschland
Red Internacional en Defensa del Pueblo Mapuche
(solid)
Wendenstraße 6
20097 Hamburg
Abs.: (solid), Wendenstraße 6, 20097 Hamburg
An die Präsidentin der Republik
Frau Michelle Bachelet
Regierungspalast La Moneda
Santiago de Chile
Hamburg, 25.Februar 2016
Präsidentin der Republik Chile
Sehr geehrte Frau Michelle Bachelet,
wir wenden uns an Sie als Staatsoberhaupt der Republik, um Sie auf die gravierenden Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen, Männer und Kinder des Mapuche-Volkes in Chile aufmerksam zu machen.

Das geplante Projekt in dem oben genannten Gebiet berücksichtigt den Willen der dort ansässigen indigenen Anwohner nicht und verletzt damit die Konvention Nummer 169 des ILO-Übereinkommens. Demnach verpflichten sich Staaten bei Projekten dieses Umfangs, bei denen die Kultur und das ökologische Gleichgewicht in der Region beeinträchtigt werden könnten, vor Beginn des Projektes die indigene Bevölkerung zu konsultieren.
Dies hat dazu geführt, dass sich die Mapuche-Gemeinde Pilmaiken sich gegen den Bau mobilisiert hat und deswegen nun schwerer staatlicher Repressionen ausgesetzt sieht.
Wir verurteilen dieses Verhalten und bringen unsere tiefe Ablehnung angesichts dieser Verletzungen der Menschen- und Bürgerrechten gegen die Mapuche-Gemeinde in Pilmaiquén in diesem Konflikt zum Ausdruck und fordern die Implementierung und Durchsetzung der Konvention Nummer 169, die auch von dem chilenischen Staat ratifiziert wurde. Die der UNO vorstehenden Organe haben etliche Empfehlungen abgegeben, damit die Rechte der Ureinwohner im vollen Umfang anerkannt werden.
Darüber hinaus bringen wir unsere Besorgnis über den Fall des Fotografen Felipe Duran zum Ausdruck, der momentan in der Stadt Temuco in Untersuchungshaft sitzt und des unerlaubten Waffenbesitzes und der Teilnahme am bewaffneten Widerstand beschuldigt wird. Wir betrachten seine Inhaftierung als willkürlich und als Strafe gegenüber einem Journalisten, der kritisch über den Konflikt zwischen den Mapuche und dem Staat berichtet. Bis heute hat sein Verteidiger von der Staatsanwaltschaft keine volle Einsicht in die Anklageakte erhalten.
Wir erinnern daran, dass Chile ein demokratischer Staat ist, der sich durch verschiedene internationale Abkommen dazu verpflichtet hat den Rechtsstaat sowie die Menschen- und Bürgerrechte zu achten.
Hochachtungsvoll
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